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SZENEFENSTER
Förderankäufe der Stadt Stuttgart

 

Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt in dem neuen Format »Szenefenster« erstmals eine Auswahl von Erwerbungen, die durch die Förderabteilung Bildende Kunst des Kulturamtes im engen Austausch mit dem Museum für die Kunstsammlung der Stadt realisiert wurden.


In kurzen Abständen werden Arbeiten des Künstlerduos Sylvia Winkler/Stephan Köperl, von atelierJAK und ETAGE, der Kooperation Filderbahnfreundemöhringen FFM/Böller und Brot sowie ein Projekt von Johanna Mangold und Jan-Hendrik Pelz präsentiert. Alle Positionen greifen Schwerpunkte der Sammlungspräsentation des Kunstmuseum Stuttgart auf: die Bedeutung von Schrift und Sprache in der Bildenden Kunst; den ironisch-humorvollen Blick auf den Kunstbetrieb und seine Darsteller_innen; Konzepte und fiktionale Erzählperspektiven.


Stuttgart hat eine lebendige Kunstszene. Zahlreiche Künstler_innen, Institutionen, Kunstinitiativen und Offspaces wirken auf die Stadtgesellschaft ein und geben ihr ein unverwechselbares Gesicht. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Miteinander. Die Stadt Stuttgart und ihr Kulturressort hat deshalb ein differenziertes Programm ins Leben gerufen, um die Kunstschaffenden in ihrer künstlerischen Entwicklung zu unterstützen. So trägt die Atelierförderung zur Bereitstellung professioneller Arbeitsbedingungen bei. Ankäufe fördern die Künstler_innen und markieren nicht selten den Beginn öffentlicher Aufmerksamkeit.


27.10.2020 - 17.01.2021
»The Mothers of Intervention – Friede, Freude, Mutterkuchen«, 2005
Filderbahnfreundemöhringen FFM in Kooperation mit Böller und Brot

Die Installation »The Mothers of Intervention – Friede, Freude, Mutterkuchen« der Filderbahnfreundemöhringen FFM entstand 2005 in Kooperation mit dem Künstlerduo Böller und Brot anlässlich der Debutausstellung an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Sie spürt humorvoll-subversiv dem alten Topos der »brotlosen Kunst« nach.

Die Mütter der FFM (Mutter Kober, Mutter Sigloch und Mutter Mijic) richten in dem Dokumentarfilm »Mütter der Kunst I« von Böller und Brot ihre drängenden Fragen zur (beruflichen) Zukunft ihrer Künstlerkinder in einem persönlichen Gespräch an den damaligen Rektor der Kunstakademie Prof. Dr. Ludger Hünnekens. In »Mütter der Kunst II«, ebenfalls von Böller und Brot filmisch dokumentiert, erklärt Werner Meyer, damaliger Leiter der Kunsthalle Göppingen, den Müttern die Arbeiten ihrer Kinder aus der Perspektive des Kunsthistorikers, die diese wiederum sehr individuell kommentieren.

Die dreiteilige Fotoinstallation »Mutter und Kind I-III« von FFM zeigt die Künstler gemeinsam mit ihren Müttern. Diese hatten aus Anlass des professionellen Shootings ihre Kinder nach ihrem Geschmack eingekleidet, der das gängige Klischee des charismatischen Künstlers förmlich konterkariert. Die »Mutterkuchen«, in der ursprünglichen Ausstellungssituation eigens von den FFM-Müttern gebacken, werden auf den Sockel gehoben und zu eigenständigen Kleinplastiken ernannt.

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Bild: Filderbahnfreundem_NL_5ab1fe.jpg
Filderbahnfreundemöhringen FFM, Mutter und Kind I-III, 2005 (aus der Kooperation »Mothers of Intervention - Friede, Freude, Mutterkuchen« mit Böller und Brot), © Filderbahnfreundemöhringen FFM